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15.11.14 16:12, kommentieren

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Krebs - Der Kampf meines Lebens

Ich denke die Überschrift reicht um zu sagen worum es hier in meinem Blog geht. Ich werde hier wenig über mich und mein Leben Preis geben.. Ich mache diesen Blog um mich mit anderen die ebenfalls an Krebs erkrankt sind aus zu tauschen. Ich heiße Joanne, bin 18 Jahre jung und bin an einem Ewing-Sarkom erkrankt. Die Diagnose bekam ich vor ca. 3 Monaten. Ich muss sagen, das ich riesen Glück hatte! Hätte mein Orthopäde kein MRT Termin mit Verdacht auf Bandscheibenvorfall angeordnet und wäre es nicht durch einen Zufallsbefund gefunden worden wäre ich im Februar 2015 tot gewesen. Das "besondere" an meinem Krebs ist das er unwahrscheinlich schnell wächst, so schnell wie eine Leukämie wurde mir von den Ärzten gesagt.. Ich ging wegen Schmerzen an den Rippen zum Arzt und dachte es wäre ein eingeklemmter Nerv. Ich bekam eine Spritze und dachte es wäre damit getan. 1 einhalb Wochen später hatte ich so starke Schmerzen in der Nacht das ich wieder zum Arzt ging.. Gott sei Dank hat er mich ernst genommen und mich nicht wieder weg geschickt oder es auf meine Psyche reduziert was oft bei jüngeren Menschen gemacht wird.. Wie oben schon erwähnt wurde ein MRT angeordnet was dank dem Druck von meinem Ortophäden 5 Tage später auch erfolgte. Nach dem Termin fuhr ich direkt in die Praxis um das Ergebnis zu erfahren.. Ich kann mich an den Tag noch ganz genau erinnern, als ob es erst gestern war. Es war für mich wohl der schlimmste Tag in meinem bisherigen Leben.. "Fr. Macholdt einen Bandscheibenvorfall haben sie nicht aber es wurde was anderes gefunden" - Er zeigte mir das Bild und zu sehen war ein 5 cm großer Tumor an meiner Lunge. Zu dem Zeitpunkt wusste ich weder ob es in der Lunge, an der Lunge, Gut oder Bösartig war aber die erste Frage die mir durch den Kopf schoß "werde ich sterben?" - ich denke andere die ebenfalls Krebs haben wissen genau wovon ich spreche nicht wahr? .. Doch wohl das schlimmste was dann kommen kann ist ein Arzt der dich mit Tränen in den Augen anguckt und NICHTS dazu sagt. Tja, so schnell kann sich das Leben um 180 ° ändern. Kurz darauf erfolgte eine Biopsie, wo sich leider raus stellte das es sich um einen Bösartigen Tumor handelt. Ich stellte mich in der Uniklinik Essen vor, wo dann auch das erste mal Tachelis mit mir geredet wurde. Meine Therapie wird ein Jahr lang dauern : Bestehend aus 6 agressiven Chemotherapien jewals 3 Tage a 14 Stunden, einer OP und danach nochmal 8 Chemotherapien und einer Bestrahlung. Haare, Augenbrauen und Wimpern werden ausfallen. Und als ob das noch nicht genug war, erfuhr ich auch das sie meine 4.Rippe mit raus nehmen müssen bei der OP da der Tumor sie komplett zerfressen hatte. Nun saß ich da, 18 Jahre jung, grad noch an meine Ausbildung gedacht und auf einmal muss ich mich entscheiden, ums Leben kämpfen oder ablehnen. Da mir gesagt wurde das ich gute Heilungschancen habe, habe ich den Kampf gegen den Krebs auf mich genommen. Ich habe grade meine 4. Chemotherapie bekommen, mit Glatze laufe ich schon seit 2 Monaten rum und meine Augenbrauen und Wimpern verabschieden sich auch langsam.. Ich habe mich seit der Diagnose oft gefragt warum ausgerechnet ich das bekommen hab aber um ehrlich zu sein denke ich das es eine sehr harte Lektion in meinem Leben ist. Ich bin oft falsch mit meinem Körper umgegangen, habe das Leben nicht geschätzt. Jetzt freu ich mich über jeden Tag wo es mir gut geht und fange endlich an zu Leben! Keiner der Leute die ich bis jetzt kennen gelernt habe, haben es verdient. So viele positiv eingestellte Menschen die trotz dieser Krankheit das Leben in vollen Zügen genießen.. Es ist sehr schwer so eine Krankheit zu akzeptieren, egal welches Alter. Ich habe am Anfang fast jeden Tag geweint, doch mittlerweile ist die Krankheit und die Angst zu sterben teil meines Lebens geworden, was für mich ein Grund mehr ist jeden verdammten Tag auf dieser Welt zu schätzen. Leute! Bitte bleibt positiv, egal welches Alter ob 20 oder 60 Jahre, jeder von uns will Leben und jeder von UNS hat es auch verdient zu Leben, also kämpft! Wer sich hier auskotzen will oder einfach seinen Gefühlen freien Lauf lassen möchte, bitte schreibt alles auf! Ich möchte gern wissen wie andere mit um gehen und sich seit der Diagnose : Krebs fühlen.

15.11.14 16:04, kommentieren